Heutzutage hört man oft: „Ich gehe nicht in die Kirche, ich habe Gott in meiner Seele.“ Dies sagen gute, aufrichtige Menschen, die nach etwas Höherem suchen. In diesen Worten liegt eine tiefe Wahrheit: Gott ist allgegenwärtig und kann jedem nahe sein. Doch lassen Sie uns gemeinsam nachdenken: Ist das genug? Was verbirgt sich wirklich hinter diesen Worten? Geht uns nicht etwas sehr Wichtiges verloren?
Die Formulierung „Gott in der Seele“ beschreibt oft keine lebendige, persönliche Beziehung, sondern eher ein warmes, lichtes, doch abstraktes Gefühl. Das ist gut, aber für einen Christen ist es zu wenig.
Die Orthodoxie offenbart uns keine gesichtslose „Energie“, sondern eine Person. Gott, der uns so sehr liebt, dass Er ebenso Mensch wurde wie wir, Der für uns litt, starb und auferstand. Eine Beziehung zu Ihm ist nicht bloß ein Gefühl, es ist eine Begegnung, ein Dialog, eine Liebe. Und Liebe verlangt stets nach Taten, nach Ausdruck, nach Gemeinschaft. Von einem geliebten Menschen sagen wir nicht: „Er ist in meiner Seele“, und beruhigen uns dabei. Wir streben danach, mit ihm zusammen zu sein, zu sprechen, etwas gemeinsam zu tun.
So ist es auch mit Gott. Das innere Empfinden, das Gebet zu Hause – das ist wunderbar. Es ist unser persönliches, geheimes Gespräch mit Ihm; Gott hört ein solches Gebet stets. Doch stellen Sie sich eine Familie vor, in der jedes Mitglied in seinem Zimmer lebt, sich gelegentlich gedanklich Strahlen des Guten zusendet, sich aber niemals gemeinsam am Tisch versammelt. Wäre das ein erfülltes Familienleben?
Die Orthodoxie offenbart uns keine gesichtslose „Energie“, sondern eine Person. Gott, der uns so sehr liebt, dass Er ebenso Mensch wurde wie wir, Der für uns litt, starb und auferstand. Eine Beziehung zu Ihm ist nicht bloß ein Gefühl, es ist eine Begegnung, ein Dialog, eine Liebe. Und Liebe verlangt stets nach Taten, nach Ausdruck, nach Gemeinschaft. Von einem geliebten Menschen sagen wir nicht: „Er ist in meiner Seele“, und beruhigen uns dabei. Wir streben danach, mit ihm zusammen zu sein, zu sprechen, etwas gemeinsam zu tun.
So ist es auch mit Gott. Das innere Empfinden, das Gebet zu Hause – das ist wunderbar. Es ist unser persönliches, geheimes Gespräch mit Ihm; Gott hört ein solches Gebet stets. Doch stellen Sie sich eine Familie vor, in der jedes Mitglied in seinem Zimmer lebt, sich gelegentlich gedanklich Strahlen des Guten zusendet, sich aber niemals gemeinsam am Tisch versammelt. Wäre das ein erfülltes Familienleben?
Wozu dient die Kirche?
Die Kirche ist kein Interessenverein und keine bürokratische Organisation. Auf Griechisch heißt Kirche „Ekklēsia“, was „Versammlung“ bedeutet. Der wichtigste Gottesdienst in der Kirche wird Liturgie genannt – was wörtlich „gemeinsames Werk“ bedeutet.
Darin liegt der ganze Sinn. Gemeinsam sind wir stärker. So wie eine brennende Holzspanzeche verlöschen kann, gesammelt im Feuer jedoch helles Licht und Wärme spendet, so kann das gemeinsame Gebet derer, die im Namen Christi versammelt sind, eine unvergleichlich helle Flamme der Liebe im Herzen eines jeden entfachen. Wenn wir zusammen sind, lernen wir voneinander. Indem wir den Glauben anderer Menschen, ihre Ehrfurcht sehen, werden auch wir selbst gestärkt.
Wir empfangen das Wichtigste – die Sakramente. In der Liturgie geschieht das größte Wunder – die Eucharistie, wenn wir unter der Gestalt von Brot und Wein den Leib und das Blut Christi in uns aufnehmen. Das ist etwas, was man allein zu Hause nicht erfahren kann. Es ist der Höhepunkt unserer Begegnung mit Gott, unsere vollkommenste Vereinigung mit Ihm. Ohne dieses Sakrament riskiert unser geistliches Leben, bloß bei guten Gedanken und Absichten zu bleiben.
Darin liegt der ganze Sinn. Gemeinsam sind wir stärker. So wie eine brennende Holzspanzeche verlöschen kann, gesammelt im Feuer jedoch helles Licht und Wärme spendet, so kann das gemeinsame Gebet derer, die im Namen Christi versammelt sind, eine unvergleichlich helle Flamme der Liebe im Herzen eines jeden entfachen. Wenn wir zusammen sind, lernen wir voneinander. Indem wir den Glauben anderer Menschen, ihre Ehrfurcht sehen, werden auch wir selbst gestärkt.
Wir empfangen das Wichtigste – die Sakramente. In der Liturgie geschieht das größte Wunder – die Eucharistie, wenn wir unter der Gestalt von Brot und Wein den Leib und das Blut Christi in uns aufnehmen. Das ist etwas, was man allein zu Hause nicht erfahren kann. Es ist der Höhepunkt unserer Begegnung mit Gott, unsere vollkommenste Vereinigung mit Ihm. Ohne dieses Sakrament riskiert unser geistliches Leben, bloß bei guten Gedanken und Absichten zu bleiben.
Und was ist mit den Einsiedlern?
Manch einer könnte einwenden: „Aber es gab doch große heilige Einsiedler, die jahrzehntelang allein in der Wüste lebten!“ Das ist wahr. Doch das ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Ihr Rückzug in die Wüste war keine Flucht vor den Menschen, sondern eine Annäherung an Gott zum Zwecke vertieften Gebets. Sie hatten bereits umfangreiche Erfahrung im Leben in Gemeinschaft gesammelt, hatten Gehorsam und Demut gelernt. Ihr asketisches Bemühen war nur nach einem besonderen Segen Gottes möglich und diente dem Wohl der ganzen Welt. Es handelt sich um eine höchste geistliche Leistung. Man kann dies mit dem Profisport vergleichen – niemand würde sagen, weil es Olympiasieger gibt, bräuchte er selbst nicht zum Training in die Halle zu gehen, sondern könne sofort ein Meister werden.
Das Leben eines gewöhnlichen Stadtmenschen, der sagt „ich habe Gott in meiner Seele“, aber nicht in die Kirche geht – das ist kein asketisches Einsiedlertum. Meistens ist es schlicht eine bequeme Form geistlicher Trägheit, eine Rechtfertigung für die eigene Unwilligkeit, das Leben zu ändern, irgendeinen Gehorsam und Opfer auf sich zu nehmen.
Ihr Rückzug in die Wüste war keine Flucht vor den Menschen, sondern eine Annäherung an Gott zum Zwecke vertieften Gebets. Sie hatten bereits umfangreiche Erfahrung im Leben in Gemeinschaft gesammelt, hatten Gehorsam und Demut gelernt. Ihr asketisches Bemühen war nur nach einem besonderen Segen Gottes möglich und diente dem Wohl der ganzen Welt. Es handelt sich um eine höchste geistliche Leistung. Man kann dies mit dem Profisport vergleichen – niemand würde sagen, weil es Olympiasieger gibt, bräuchte er selbst nicht zum Training in die Halle zu gehen, sondern könne sofort ein Meister werden.
Das Leben eines gewöhnlichen Stadtmenschen, der sagt „ich habe Gott in meiner Seele“, aber nicht in die Kirche geht – das ist kein asketisches Einsiedlertum. Meistens ist es schlicht eine bequeme Form geistlicher Trägheit, eine Rechtfertigung für die eigene Unwilligkeit, das Leben zu ändern, irgendeinen Gehorsam und Opfer auf sich zu nehmen.
Nicht „entweder-oder“, sondern „sowohl-als-auch“
Das wahre christliche Leben ist keine Wahl zwischen „Gott in der Seele“ und „Gott in der Kirche“. Es sind zwei Flügel eines Vogels. Das persönliche Gebet bereitet uns auf die Begegnung mit Gott in der Kirche vor, und die Teilnahme an der Liturgie schenkt uns Kraft, Gnade und Sinn für unser persönliches Leben daheim.
Wenn wir eine persönliche Beziehung zu Gott haben – werden wir danach verlangen, in Sein Haus zu gehen, um Ihm in den Sakramenten und unseren Brüdern und Schwestern zu begegnen. Und wenn wir in die Kirche gehen – werden wir etwas in unserem Herzen tragen, wenn wir nach Hause zurückkehren.
Berauben Sie sich nicht des Allerwichtigsten – der Fülle der Gemeinschaft mit Gott, die Er uns gerade in der Kirche schenkt, in diesem erstaunlichen „gemeinsamen Werk“, das Himmel und Erde verbindet.
Wenn wir eine persönliche Beziehung zu Gott haben – werden wir danach verlangen, in Sein Haus zu gehen, um Ihm in den Sakramenten und unseren Brüdern und Schwestern zu begegnen. Und wenn wir in die Kirche gehen – werden wir etwas in unserem Herzen tragen, wenn wir nach Hause zurückkehren.
Berauben Sie sich nicht des Allerwichtigsten – der Fülle der Gemeinschaft mit Gott, die Er uns gerade in der Kirche schenkt, in diesem erstaunlichen „gemeinsamen Werk“, das Himmel und Erde verbindet.